Im Blog „Fruchtmark“ erscheinen Beiträge zu Strategie und Praxis des Digital Business – unregelmäßig, pointiert und gern „gegen den Strich“.

Ein einfaches Strategie-Tool

20.04.2014 |

Des öfteren stellt sich die Frage, wie man in einer Personengruppe eine Strategiediskussion über die Unternehmensstrategie führen kann. Dabei kommt es darauf an, nach einer Freestyle-Phase, bei der jeder das ausdrückt, was ihm auf dem Herzen liegt, in einen rationalen Diskussionsprozess einzusteigen, der aber zugleich praxisrelevant und nicht überladen mit Lehrbuchwissen ist. Ich habe dafür aus klassischen Methoden ein Arbeitspapier erstellt, das sich auch schon mehrfach in der Praxis bewährt hat. Auf diesem Arbeitspapier beschreibt jeder Teilnehmer zunächst ein Produkt des Unternehmens, eine Leistung oder ein Geschäftsfeld, ordnet es im zweiten Schritt einem Reifegrad zu und bewertet es im dritten Schritt in den beiden Achsen Marktattraktivität und Eigene Stärke, jeweils anhand festzulegender Kriterien.

Portfolio Formular (pdf)

Portfolio Formular (Word .docx)

Strategie-Arbeitsblatt (Screenshot)

Die Methodik lässt sich gut in kurzer Zeit erklären (dafür benutze ich eine kleine Präsentation über Sinn und Zeck von Unternehmensstrategie) und in der Form des Arbeitsblattes werden alle Teilnehmer angehalten, die Gegenstände strikt und strukturiert aus Kundenperspektive zu bewerten, was zu meiner Überraschung vielen Mitarbeitern doch recht schwer fällt. Zugleich kann man die Ergebnisse einer Person und mehrerer Personen gut zusammenführen. In der Praxis stellt jeder Mitarbeiter jedes Arbeitsblatt vor und ein Moderator führt die Ergebnisse zusammen, zum Beispiel auf einer Pinwand. Alternativ kann man das auch digital abzubilden, etwa in Google Docs, ich habe jedoch die Erfahrung gemacht, dass physiche Interaktion und sogar der Zwang, ein einmal geschriebenes Dokument ein zweites Mal aufzubauen, für die Klärung der Gedanken sehr hilfreich ist. Denn darauf kommt es an: Dass die Teilnehmer eines Strategie-Workshops die Themen zu durchdringen beginnen. Es kommt nicht darauf an, dass Lehrbuchwissen gewissermassen in Tabellenkalkulationen hineinzukonkretisieren.

Die Dateien sind zum Herunterladen, have fun.

Literaturtipps:
Unter den Standards gefallen mir Hungenberg, Strategisches Management in Unternehmen, Amazon und Keuper, Strategisches Management, Amazon am besten. Um die Vielfalt zu erkennen, würde ich aber unbedingt noch einen Reader zur Inspiration empfehlen, zum Beispiel Scheuss, Handbuch der Strategien hier oder Mintzberg/Ahlstrand/Lampel, Strategy Safari hier - und auch den vor allem in der Startup-Szene gern empfohlenen Osterwalder, Business Model Generation, hier.

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