Angesichts der aktuellen Forderung des BITKOM-Präsidenten nach einem Internet-Staatsminister und der Tatsache, dass in der Tat einiges im politischen Raum im Argen liegt, habe ich eine Stellenanzeige für eine(n) Internet-Minister/in entworfen. Nicht einen Staatsminister, sondern einen Minister.
Mir ist bewusst, dass das Gebiet voller rechtlicher und politischer “Tellerminen” ist. Die Zuständigkeit im Verhältnis zu anderen Ministerien und Bundesbehörden zu regeln ist schwierig, da es sich im Grunde um eine Querschnittsfunktion handelt. Aber was für “Umwelt” nötig war, wird bald für “Internet” nötig sein – und da die Mühlen in Berlin langsam mahlen, heute schon diese Forderung. Der Leser nehme es bitte nur als Anregung für die Diskussion.
Hier die Stellenanzeige im Entwurf: Stellenanzeige Internetminister/-in (pdf).
Kommentare bitte hier. Sind grobe Schnitzer enthalten?
Nachtrag 28.2.2010: Die Stellenanzeige erscheint heute auf carta.


Anonymous Februar 28th, 2010, 12:02
Möge uns die Dame / der Herr verschonen … wenn dafür zwei andere Ministerien dafür wegfallen würden, könnte man darüber reden. Ob aber Hochschulausbildung mit Prädikatsabschluss, die Leitung eines ITK-Unternehmens und technische Kenntnisse … schon die Kernvoraussetzungen sind wage ich zu bezweifeln!
Anonymous Februar 28th, 2010, 12:34
Habe noch Internet-Recht und Urheberrecht hinzugefügt.
Zu “noch ein Minister”: In der Tat frage ich mich auch, ob dies nicht eigentlich eine Querschnittsfunktion wäre, die durch bestehende Ministerien oder einen Staatsminister abgedeckt werden kann. Bin aber (vorerst) der Meinung, dass das Thema “Digitalisierung” in allen Facetten nicht unwichtiger als Umwelt und Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz ist. Im Gegenteil, ich sehe vor allem viele ungenutzte und kaum diskutierte Chancen.
Da allerdings die politische Ebene die letzten Wochen eine entsetzliche Kakophonie produziert und jeder Mittelständler inzwischen einen CTO und damit eine Position auf Top-Level hat, sollte man das Thema wirklich ernsthaft diskutieren.
Das ist vor allem eine Frage von Fachkompetenz. Wie beim Mittelständler. Daher die fachliche Ausrichtung der Stellenbeschreibung.
Anonymous Februar 28th, 2010, 19:50
“Die Stelle ist auf ein Jahr befristet”. So ein blödsinnige Formulierung.
Und was ist in einem Jahr? Gibt es dann kein Internet mehr? Minister werden vom Bundeskanzler ernannt, und das für die Dauer von i.d.R. vier Jahren, also bis zur nächsten Bundestagswahl. Schon mal davon gehört?
Anonymous Februar 28th, 2010, 20:03
Ja, Herr Blocher, das ist mir bekannt. Das war eine Vorlesung bei Prof. Ingo von Münch, Staatsrecht I.