Im Blog „Fruchtmark“ erscheinen Beiträge zu Strategie und Praxis des Digital Business – unregelmäßig, pointiert und gern „gegen den Strich“.

Google Commerce Search

06.11.2009 |

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Aktuelle Meldungen zu Google Commerce Search erwecken den Eindruck, dass die Webwelt Schwierigkeiten hat, das Produkt einzuordnen. Zunächst zum Einstieg die offizielle Produktseite und das offizielle Erklär-Video:

Drei Anmerkungen sollen helfen, Google Commerce Search besser einordnen zu können:


  • Google Commerce Search ist nur eine von vielen Produktsuchmaschinen. Produktsuche ist immer schon sehr wichtig für Shops gewesen. Als Faustregel gilt, daß 70% aller Suchabfragen über die Textsuche erfolgen. Aus diesem Grund gibt es seit Beginn des eCommerce Suchmaschinen, die in Shops integriert werden. In Deutschland verbreitet sind Empolis Orenge, Omikron FactFinder und Endeca neben der Open Source-Komponente Apache Lucene und reinen Datenbankverfahren (Suchbefehl der Shop-Datenbank, also SQL). Die von Google genannten Features wie Stemming (Reduktion auf Wortstämme) sind einerseits heutzutage eher marktüblich, andererseits weisen die grossen kommerziellen Suchmaschinen ebenso beeindruckende zusätzliche Features aus, beispielsweise in der Darstellung der Trefferlisten.

  • Das besondere an Google Commerce Search ist, dass es als Webservice “in the cloud” betrieben wird.

  • Auch die Datenlieferung an die Google-Produktsuche ist eine Besonderheit unter den Suchmaschinen, es gibt jedoch für Produktdaten schon länger eine kostenlose API bzw eine Upload-Möglichkeit für jeden Anbieter über das Google Merchant Center. Die vielfältigen Produktattribute (von Altersbereich und Autor über Farbe und Genre bis Zoom und Zustand) finden Sie hier. Vermutlich ist aber die Datenlieferung aus Google Commerce Search besser gelöst als die bisherige API.


Wenn es Google gelänge, Google Commerce Search allen wichtigen Shops anzudienen, könnte die Google-Produktsuche eines Tages in einen Google-Store dieser Art führen (Screenshot unten). Aufgrund des gegenwärtigen Preises von 50 K USD p.a. ist das allerdings derzeit sicherlich nicht die Strategie von Google.


  1. Google Store


  2. Google Store

    Eine Vorstufe zu “Googlezon” kommt aber mit dem Semantic Web, wenn Hersteller und Shops Produktdaten als RDF für Suchmaschinen bereitstellen, von allen Beteiligten gemeinsam vereinbarte Ontologien für Produktwelten entwickelt sind und interaktive Tools auf diesen Daten operieren und die Produktauswahl erleichtern. Im Web 3.0 wird es neue Shops mit aggregierten Produktdaten geben – gefolgt von entweder einem Link zu einem Spezialanbieter/Hersteller oder mit einem einheitlichen Checkout-System, dem viele Shops angeschlossen sind. Man sollte vor lauter lautem Web 2.0 das leise Web 3.0 nicht ganz aus den Ohren verlieren – leider ist das aber so technisch, dass nicht jeder mitreden kann ;-


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